Für das Fest, das auf den dritten Tag des dritten Monats des chinesischen Mondkalenders fällt, gibt es viele Bezeichnungen, zum Beispiel “Totenfest” oder “Das Reinigen der Gräber”. Das 清明节 Qing Míng Jié begehen Chinesen meist am 4. und 5. April, wie auch in diesem Jahr.

(Quelle: http://blog.huayuworld.org/lochiatung/14661/2009/07/11/35440)
Zelebriert wird an diesen zwei Tagen die Wiedergeburt der Natur und der Beginn der Anbausaison. Zudem dient dieser Feiertag als sogenanter Jahreseinteilungstag, als Hilfestellung für die landwirtschaftliche Produktion.
Früher beging man das Fest mit Tänzen, Gesängen, Picknicks und ließ Drachen in unterschiedlichen Farben und Formen steigen. Als Zeichen für den Beginn neuen Lebens wurden bunt bemalte gekochte Eier zerbrochen und junge Männer und Frauen warben umeinander. Bis heute ist es zudem Brauch, an diesen Tagen neue Bäume zu pflanzen.
Heute ähnelt das Fest mehr einem Gedenk- als einem Festtag. Mit der Zeit wurde aus dem Fest der Wiedergeburt der Natur ein Gedenktag für die Ahnen. Gemäß der Tradition und dem Volksglauben, die eigenen Ahnen beschützten vom Jenseits aus ihre Familie, glauben Chinesen diese mit Opfergaben wie Geld und dem Lieblingsspeisen der Verstorbenen zufrieden zu stellen. Ihnen soll es nämlich in ihrer Welt an nichts mangeln. Da die Ahnen sie, durch die Opfergaben wohlgesinnt, beschützen werden, erhoffen sie sich und der eigenen Familie Wohlstand, Friede und eine gute Ernte. An diesen Tagen sind die Friedhöfe der Städte und Dörfer besiedelt von Chinesen, die zunächst die Gräber der Ahnen reinigen. Dann stellen sie fünf Sorten Fleisch, Alkohol, Backwaren, Blumen und Gegenstände, die den Ahnen zu Lebzeiten besondere Freude bereitet haben, auf die sauberen Gräber. Anschließend verbrennen sie dort Opfergeld und mit entzündeten Räucherstäbchen verbeugen sie sich vor den Verstorbenen. Da zu dieser Zeit in den meisten Gebieten Chinas die Bäume zu blühen beginnen und der Winter nun endgültig vorbei ist, wird nicht nur getrauert und gebetet, sondern sich auch an der Frühlingslandschaft erfreut.
Allerdings haben wir schon vor den Feiertagen im Fernsehen mitbekommen, dass die Bevölkerung angehalten wurde, behutsam mit den Räucherstäbchen und dem Verbrennen von Opfergeld umzugehen, da in einigen Teilen Chinas eine ungewöhnlich starke Dürre herrscht. Die Bevölkerung solle am Ende der Zeremonie darauf achten, dass die Asche an den Gräbern kalt ist, da im Allgemeinen die Gefahr von Waldbränden herrscht.