Der Tag der Arbeit – eine Reisewarnung

Falls Sie an diesem Wochenende in Xiamen Sightseeing machen wollen oder vorhaben, am ersten Mai in China zu reisen, haben wir den Tipp: am besten die Pläne nochmal überdenken und die touristischen Hotspots der Städte meiden! Ganz China reist nämlich an diesem Wochenende.

Denn hier ist heute, wie in Deutschland auch, Tag der Arbeit (劳动节 láo dòng jié) und alle Arbeiter haben frei und dürfen sich über drei gesetzliche Feiertage freuen (30.4. – 2.5.). Trotz des zur Zeit hier in Xiamen nicht besonders angenehmen Wetters (27° Grad bei Regen und drückender Schwüle), gehen Chinesen auf Reisen. Denn es gibt nur wenige Feiertage in China, weshalb über die freien Tage ganz China vom Reisefieber gepackt wird.

verstopfte Straßen am ersten Mai

Anders als in Deutschland üblich haben am heutigen Tag nicht alle Angestellten frei. Lediglich Ämter und Banken sind geschlossen.

Touristen am ertsen Mai

Einen angenehmen Nebeneffekt hat der Feiertag auch für uns: da in unserer unmittelbaren Umgebung mehrere Baustellen sind, kann man heute (Sonntag gilt in Deutschland als “Ruhetag”) zur Abwechslung mal einen Sonntag ohne Baustellenlärm genießen. Glück auch insofern, als Bauarbeiten in der Stadt keineswegs alle still stehen, sondern an einigen Stellen fleißig am Erscheinungsbild der Stadt gearbeitet wird.

Frohe Ostern

Da es in China schätzungweise 40 Millionen Protestanten und 14 Millionen Katholiken gibt, wird auch hier heute in den christlichen Gemeinden und Familien Ostern gefeiert.

Wir wünschen

Ostern

FROHE OSTERN!

Den Ostergottesdienst haben wir in der katholischen Kirche auf der Insel Gulangyu gefeiert. Dies ist nur eine von vielen Kirchen in Xiamen.

Xiamen Catholic Church

90 Jahre Universität Xiamen

Heute vor 90 Jahren wurde die Universität Xiamen gegründet. Zu diesem Jubiläum wünschen wir alles Gute!

Das gesamte Universitätsgelände ist herausgeputzt, neue Gebäude errichtet, andere renoviert, die Statuen Lu Xuns, des berühmten chinesischen Literaten der Moderne, und des Universitätsgründers Chen Jiageng sind mit Blumen dekoriert, überall hängen Banner in rot und gelb.

90 Jahre Universität Xiamen

Anhand der gesamten Organisation kann man die Wichtigkeit des Jubiläums ermessen: Studenten aller Fachbereiche bilden ein Organisationskomitee zur Betreuung der Gäste. Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften geben sich mit Vorträgen die Ehre und eine große Gala, die unter freiem Himmel auf einer gigantischen Bühne stattgefunden hat, bildete den optischen Höhepunkt des Universitäts-Geburtstages.

90 Jahre Universität Xiamen

Wir fragen uns, wie wohl der 100. Geburtstag der Universität Xiamen gefeiert wird, wenn die Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag schon so groß ausfallen. Und insgeheim ärgern wir uns, nicht zehn Jahre jünger zu sein.

“Fest der reinen Klarheit” oder Allerheiligen in China

Für das Fest, das auf den dritten Tag des dritten Monats des chinesischen Mondkalenders fällt, gibt es viele Bezeichnungen, zum Beispiel “Totenfest” oder “Das Reinigen der Gräber”. Das  清明节 Qing Míng Jié begehen Chinesen meist am 4. und 5. April, wie auch in diesem Jahr.

Qing Ming Jie

(Quelle: http://blog.huayuworld.org/lochiatung/14661/2009/07/11/35440)

Zelebriert wird an diesen zwei Tagen die Wiedergeburt der Natur und der Beginn der Anbausaison. Zudem dient dieser Feiertag als sogenanter Jahreseinteilungstag, als Hilfestellung für die landwirtschaftliche Produktion.

Früher beging man das Fest mit Tänzen, Gesängen, Picknicks und ließ Drachen in unterschiedlichen Farben und Formen steigen. Als Zeichen für den Beginn neuen Lebens wurden bunt bemalte gekochte Eier zerbrochen und junge Männer und Frauen warben umeinander. Bis heute ist es zudem Brauch, an diesen Tagen neue Bäume zu pflanzen.

Heute ähnelt das Fest mehr einem Gedenk- als einem Festtag. Mit der Zeit wurde aus dem Fest der Wiedergeburt der Natur ein Gedenktag für die Ahnen. Gemäß der Tradition und dem Volksglauben, die eigenen Ahnen beschützten vom Jenseits aus ihre Familie, glauben Chinesen diese mit Opfergaben wie Geld und dem Lieblingsspeisen der Verstorbenen zufrieden zu stellen. Ihnen soll es nämlich in ihrer Welt an nichts mangeln. Da die Ahnen sie, durch die Opfergaben wohlgesinnt, beschützen werden, erhoffen sie sich und der eigenen Familie Wohlstand, Friede und eine gute Ernte. An diesen Tagen sind die Friedhöfe der Städte und Dörfer besiedelt von Chinesen, die zunächst die Gräber der Ahnen reinigen. Dann stellen sie fünf Sorten Fleisch, Alkohol, Backwaren, Blumen und Gegenstände, die den Ahnen zu Lebzeiten besondere Freude bereitet haben, auf die sauberen Gräber. Anschließend verbrennen sie dort Opfergeld und mit entzündeten Räucherstäbchen verbeugen sie sich vor den Verstorbenen. Da zu dieser Zeit in den meisten Gebieten Chinas die Bäume zu blühen beginnen und der Winter nun endgültig vorbei ist, wird nicht nur getrauert und gebetet, sondern sich auch an der Frühlingslandschaft erfreut.

Allerdings haben wir schon vor den Feiertagen im Fernsehen mitbekommen, dass die Bevölkerung angehalten wurde, behutsam mit den Räucherstäbchen und dem Verbrennen von Opfergeld umzugehen, da in einigen Teilen Chinas eine ungewöhnlich starke Dürre herrscht. Die Bevölkerung solle am Ende der Zeremonie darauf achten, dass die Asche an den Gräbern kalt ist, da im Allgemeinen die Gefahr von Waldbränden herrscht.