Gulang Yu 鼓浪屿 – das “Inselchen der trommelnden Wellen”
Die kleine Insel ist eine der wichtigsten und beliebtesten Attraktionen der Stadt Xiamen. Im Jahr 2010 waren es etwa 7 Mio. Besucher, die den Charme der felsigen “Klavierinsel” genossen haben. Dazu aber gleich mehr.
die Fähre nach Gulang Yu
Gulang Yu liegt im Südwesten der Insel Xiamen. Mit der Fähre braucht man etwa 10 Minuten (an chinesischen Feiertagen etwa 20 Minuten) um überzusetzen (Kosten 8¥, zur Zeit etwa 0,90€). Die gesamte Insel ist autofrei. Nur kleine Elektroautos bringen Touristen von der Fähranlegestelle zu den Hotels. Wer nicht gerne zu Fuß die Insel erkundet, kann diese auch für eine Inselrundfahrt buchen.
ein Fischrestaurant
Gulang Yu ist mit ca. 2 km² überschaubar und zu Fuß an einem Tag gut zu entdecken. Hier gibt es mehrere Sandstrände, die, je nachdem, ob gerade ein Taifun geherrscht hat oder nicht, mehr oder weniger sauber sind. Unter der Woche sind die Straßen relativ leer und auch die touristischen Attraktionen lassen sich hier ohne großes Drängen besichtigen. Doch am Wochenende und an chinesischen Feiertagen füllen sich die kleinen Gassen der Insel mit Menschen, die hier in den vielen kleinen Fischrestaurants frischen Fisch genießen möchten, nur einen Kaffee trinken gehen, wegen der europäischen Architektur und der vielen Sehenswürdigkeiten hierher gefunden haben oder eine Xiamener Spezialität in einem kleinen Café (Babycat Café) als Mitbringsel besorgen möchten.
Kuchenverkauf im Babycat Café
Wie bereits erwähnt, gibt es auf Gulang Yu sehr viele alte im kolonialen Stil erbaute Villen und Hotels, man könnte für einen kurzen Moment meinen, man befände sich in einer Kleinstadt im Süden Europas. Es wird aber schnell deutlich, dass es schon länger her gewesen sein muss, dass Europäer hier ihre Häuser errichteten und lebten. Zu Beginn war Gulang Yu kaum bebaut und es gab viele Äcker, da ließ sich der erste britische Konsul 1844 eine eigene Villa errichten. Innerhalb der folgenden 80 Jahre wurde Gulang Yu unter wohlhabenden Japanern, Chinesen und vor allem Europäern wegen seines Flairs so beliebt, dass sich viele ebenfalls hier niederließen. Es entstanden neben großen kolonialen Wohnhäusern außerdem Schulen und Kirchen.
Heute sind viele Häuser renoviert und werden meist als Hotel, Restaurant oder Café genutzt. Andere aber stehen leer und müssten dringend erneuert werden, was zum Teil auch gerade geschieht.
Nun aber zur “Klavierinsel”. Dies ist eine weitere Bezeichnung für die Insel Gulang Yu; es soll hier die größte Klavierdichte Chinas (pro Einwohner) geben. Ingesamt müssen es etwa um die 600 davon sein, denn in den europäischen Villen gehörte früher ein Klavier zum guten Ton. Zudem gibt es auf der Insel ein Klaviermuseum und eine Musikschule.
Das buddhistische Tempelkloster Nanputuo 南普陀寺
In Xiamen gibt es heute unzählige buddhistische Klöster und Tempel, der bedeutendste und belebteste unter ihnen ist der Nanputuo-Tempel. Auf der Insel Xiamen, im südlich gelegenen Bezirk Siming (思明区) grenzt das Tempelkloster im Nordwesten an das Gelände der Universität Xiamen. Die gesamte Anlage erstreckt sich vom Fuße des Wulao Hügels über den bewaldeten Hang bis zu seinem Gipfel.
Die Klosteranlage ist etwa 30.000 m² groß. Man kann sie durch zwei Eingangstore betreten, die rechts und links zweier Teiche plaziert sind. Beim Errichten des Tempels wurde nach den Regeln des Fengshui gebaut, weshalb es auch einen kleinen und einen großen Teich gibt. Der kleinere der beiden dient vor allem dem Freilassen von Fischen (im buddhistischen Glauben erweist man mit dem Freilassen gefangener Fische seine Güte und verschafft sich dadurch ein besseres Karma). Die gesamte Tempelanlage verläuft auf einer Nord-Süd-Achse. So erstrecken sich hinter den beiden Teichen von Süden nach Norden die vier Hauptgebäude, die „Halle der himmlischen Könige“, die Haupthalle mit Bildnissen der „Drei kostbaren Buddhas“, „Die Halle des großen Erbarmens“, das geistliche Zentrum des Tempels (in ihrem Innern steht die Hauptgöttin des Klosters, Guanyin) und ein 1936 erbauter Pavillon mit buddhistischen Manuskripten.
Kostenlos gelangt man zum Tempelvorplatz, den zwei Teichen und dem vegetarischen Restaurant des Tempels. Erst wenn man die Hauptgebäude betreten möchte (täglich von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet), muss man zuvor an der Kasse neben dem Eingang für 3 Yuan (etwa 0,40 Euro) ein Ticket kaufen. Durch die Hauptgebäude gelangt man über einen Steinwald bis zum Gipfel des Wulaofeng, wo eine Aussichtsplattform mit atemberaubendem Panorama inklusive Meerblick auf den tapferen Treppensteiger wartet.
Die Geschichte des Nanputuosi reicht bis in die Tang-Dynastie (618-907) zurück. In dieser Zeit errichteten buddhistische Mönche auf dem heutigen Gebiet erstmals einen Tempel und gaben ihm den Namen Puzhaosi (“Tempel der universellen Gnade”). Einige hundert Jahre später wurde er zu Kriegszeiten während der Ming-Dynastie (1368-1644) völlig zerstört. Erst durch den Auftrag eines Marinegenerals der Kangxi-Ära (1661-1722) während der Qing-Dynastie (1644-1911) wurde der Tempel wieder errichtet. Er gab dem Tempelkloster seinen heutigen Namen Nanputuosi, was übersetzt “Südlicher Potala-Tempel” bedeutet. Dieser Name verweist auf den indischen Heimatberg der Barmherzigkeitsgöttin Guanyin. Sie ist es auch, die hier als Hauptgöttin verehrt wird. Einige der heutigen Klostergebäude wurden infolge einer Renovierungsaktion erst in den 1980er Jahren gebaut.
Hat man sich mit der Geschichte des Tempels etwas vetraut gemacht, möchte man ihn natürlich auch einmal mit eigenen Augen sehen. Ein Besuch lohnt sich allemal, nicht umsonst zählt der Tempel zu den meistbesuchten Orten in Xiamen. Da man als Europäer in der Regel nicht ganz so vertraut ist mit dem buddhistischen Glauben und dessen Riten, fühlt man sich beim Betreten des Tempels fast wie in einer anderen Welt. Umgeben vom Rauch der Räucherstäbchen, buddhistischen Mönchsgesängen aus an diversen Stellen installierten “singenden Steinen” (die Bedeutung darf jeder Nanputuo-Besucher selbst herausfinden) und betenden Menschen findet man hier schnell ein Plätzchen, um sich vom hektischen Treiben der Stadt zu erholen. Jedoch sucht man an bestimmten Tagen, z.B. dem Geburtstag Buddhas (der achte Tag des vierten Monats des chinesischen Mondkalenders) oder auch dem ersten Tag des chinesischen Neujahrs vergeblich nach Ruhe und Besinnung. An diesen Tagen sollte man sich nur in den Nanputuo-Tempel wagen, wenn man einmal selbst erleben möchte, was es bedeutet, wenn sich ganz Xiamen und Umgebung dort zum Opfern und Beten einfindet.
Hochbetrieb auf dem Tempelvorplatz am ersten Neujahrstag des chinesischen Jahrs
Der Strand 海滨
Die meisten Touristen kommen wohl aufgrund der Küstenlage nach Xiamen. Bedingt durch die Insellage der Stadt, gibt es zahlreiche Sandstrände. Sie befinden sich im Süden und Osten der Insel, da im Westen und Norden die (Handels-) Häfen gelegen sind.
Ein weiterer Grund den Strand in Xiamen zu besuchen, sind wohl die legendären Beach-Partys, die in regelmäßigen Abständen auf dem Strandabschnitt Haiyuntai stattfinden.
Auch eine Fahrt mit einem geliehenen Fahrrad entlang des östlichen Küstenbaschnitts ist sehr lohnenswert, da man viel von der Landschaft sieht und sich nicht in die meist sehr vollen Verkehrsbusse zwängen muss.













