Wenn man über einen längeren Zeitraum im Ausland lebt, steht spätestens nach zwei Monaten der erste Friseurbesuch an – es sei denn, man entscheidet sich für einen gepflegten Langhaarschnitt, was für uns beide nicht so sehr in Frage kam.
Daher direkt in den nächsten Friseurladen, von denen es hier eine beachtliche Auswahl gibt. Nun ist es aber so, dass man in Xiamen in der Regel mit Englisch nicht sehr weit kommt, weswegen man in Ermangelung gemeinsamer Sprachkenntnisse zwangsläufig mit Händen und Füßen kommunizieren muss (mit Chinesischkenntnissen lebt es sich wesentlich einfacher, müssen wir der Ehrlichkeit halber zugeben).
Im Vergleich zu Deutschland fällt auf, dass der Friseurberuf in Xiamen hauptsächlich von Männern ausgeübt wird. Nach mehreren Friseurbesuchen und neugierigen Blicken in andere Läden haben wir bislang in sechs Monaten nur sehr vereinzelt Friseurinnen bei der Arbeit sehen können.
Was uns überrascht hat, ist der Preis der angebotenen Dienstleistung; für einen Männerhaarschnitt mit Waschen werden mindestens 20 Yuan, also umgerechnet etwa 2,30 Euro, und – nach unserer Erfahrung – höchstens 40 Yuan verlangt, Frauen kommen nicht sehr viel teurer weg. Überraschend ist dies hinsichtlich der Wertschätzung, die man für Dienstleistungen entgegenzubringen scheint. Wir kennen zwar nicht den durchschnittlichen Stundenlohn für Friseure, aber die Lohnkosten scheinen angesichts des unschlagbar niedrigen Preises verschwindend gering zu sein.
Zur Veranschaulichung, was 20 bis 50 Yuan für einen Friseurbesuch bedeuten: für das gleiche Geld kann man sich eine Tasse Cappucchino im Cafe leisten oder zu zweit im Restaurant mehr als satt werden.

